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Johannes 10, 1 ff - Türen und Tore

Irgendwann in diesem Advent fuhr ich morgens zur Arbeit. Immer um 5 Minuten vor sechs strahlt der Rundfunksender eine Andacht für den Tag aus. Normalerweise schalte ich dann das Autoradio auf Musik aber diesmal interessierte es mich.

Das Thema waren Türen und Tore. Verschlossene und geöffnete. Die junge Frau sprach über die unterschiedlichsten Türen und ihre Wirkungen. Wohnzimmer-türen, Kinderzimmertüren, Gartentüren und Notausgänge.

Schlosstüren und Burgtore, Gefängnistüren und Drehstüren. Türen, die dir im Leben etwas versperren oder Türen die sich öffnen. Türen, die dir einen neuen Weg in deine berufliche Zukunft weisen oder Türen, die sich schließen, wenn es um deine zerrüttete Ehe geht.

Türen, die dich fernhalten von deinen Kindern, die längst schon dein Leben durch nicht verschlossene Türen verlassen haben.

Türen können quietschen und wehtun, wenn man die Finger dazwischen hält. Türen können befreiend sein, wenn man aus einem überfüllten Saal sprichwörtlich hinausgequetscht wird. Türen können aber auch unangenehm sein. Besonders dann, wenn du vor selbige gesetzt wirst.

Dein Chef öffnet dir die Tür für eine Beförderung oder zum Rauschmiss. Türen bleiben zu, wenn Ladenschluss ist und Türen dürfen sich nicht öffnen – nur im Notfall. Türen halten die Wärme im Haus und die Einbrecher draußen.

Ich dachte, dass kann ja lustig werden. Die junge Sprecherin hatte noch viele Beispiele.

Immer wieder, zwischen den einzelnen Beispielen, ließ sie einen Mann den Refrain aus einem alten Kirchenlied von Friedrich Spee vorlesen. Es war ein Adventslied aus dem Jahre 1622.

„O Heiland, reiß die Himmel auf, Herab, herab, vom Himmel lauf! Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, Reiß ab, wo Schloss und Riegel für!

O komm, ach komm vom höchsten Saal, Komm tröst uns hier im Jammertal.

O klare Sonn’, du schöner Stern, Dich wollten wir anschauen gern.“

Passt ja prima, dachte ich. Nun geht es endlich auch um Weihnachten und den Weihnachtsstern. Dieses alte Kirchenlied deutet auf Gott, der die Tür zum Himmel aufschließt.

ER verläst den Königssaal um auf die Erde zu kommen und uns Menschen aus der Not zu retten. Der Stern zeigt den Weg zum Stall.

Ok. Jetzt kommt sie auf den Punkt. Es ist ja bald Weihnachten und da passt das mit den Türen und Toren. Doch sie erzählte weiter.

Von Autotüren die zentral verriegelt werden. Drehtüren im Supermarkt und Türen, die sich nur gegen Geld öffnen. Türen an Scheunen, Scheunentore. Gartentore und Tore, durch die kein Ball fliegen darf.

Und wieder liest der Mann vor: „O Heiland, reiß die Himmel auf, Herab, herab, vom Himmel lauf! Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, Reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“

Dann wendete sich das Blatt. Sinngemäß sagte sie in einem gedanklichen Schwenk, dass wir Türen öffnen sollen. Ich dachte, was kommt jetzt? In diesem Augenblick stellte sie dem Zuhörer einen Sozialarbeiter vor, den sie als Türöffner bezeichnete.

Er half arbeitslosen Jugendlichen eine Arbeit, eine Ausbildungsstelle zu bekommen. Dieser Mann, der ohne Zweifel etwas sehr gutes tat war für sie der Türöffner. Er öffnete jungen Menschen neue Wege in eine bessere Zukunft.

Das Fazit ihrer Andacht: Werden sie heute zu einem Türöffner. Öffnen sie anderen Menschen die Türe und nehmen sie sich diesen Sozialarbeiter als gutes Vorbild. „Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag“.

Ich war wie vom Blitz getroffen. Sie stand vor einer großen Türe und sah den Eingang nicht.

Sie hatte die Möglichkeit tausenden Menschen via Radio die wirkliche, die wahre Türe zu zeigen. Die Türe, die offen steht und durch die man gehen muss, um Gott zu erkennen, um Gott kennenzulernen. Diese Tür, diese einzige Tür ist eine enge Pforte.

In meinen Augen hatte sie die großartige Chance verpasst, den vielen tausend Zuhörern Jesus Christus an Weihnachten vorzustellen. Diese Pfarrerin hatte die Türklinke für eine riesige Pforte in der Hand. Und anstatt sie weit zu öffnen schloss sie sie zu. Ich muss ehrlich sagen, ich war enttäuscht.

„O Heiland, reiß die Himmel auf, Herab, herab, vom Himmel lauf! Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, Reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“

Das Thema Türen und Tore ist ein Thema, was wir auch immer wieder in der Bibel finden. In Psalm 107, wird Gott als derjenige beschrieben, der uns aus Fesseln befreit, Türen und Riegel öffnet und uns Freiheit schenkt:

„Da schrien sie zum HERRN um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. 14 Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln. 15 Sie sollen den HERRN preisen für seine Gnade, für seine Wunder an den Menschenkindern! 16 Denn er hat eherne Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen“.

Manchmal finden wir auch etwas Lustiges über Türen. Sprüche 26, 14: „Die Tür dreht sich in ihrer Angel und der Faule auf seinem Bett“.

Doch wenn es um Türen geht, dann kann es letztendlich nur eine Richtung an Weihnachten geben. Hinter der Tür am Stall von Bethlehem kommt Jesus zur Welt. Er ist die Tür zum ewigen Leben. Er reißt Mauern ein und öffnet Gefängnistüren.

ER selbst sagt uns, dass ER die Türe ist und, dass nur durch Ihn der Weg geht, der zu Gott dem Vater führt.

Im Beispiel von Johannes 10, 1ff sagt Jesus, dass ER selbst die Türe ist. Es geht um einen Stall, der Steinmauern hat. Er wird nachts von einem Türhüter bewacht, um Diebe und wilde Tiere abzuhalten. Der Hirte kennt die Schafe seiner Herde und hat jedem einzelnen einen Namen gegeben.

Wenn die Schafe die vertraute Stimme ihres Herrn hören, laufen sie zu ihm hin. Er führt sie hinaus aus dem Stall und sammelt die Herde. Dann geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach.

Johannesevangelium Kapitel 10, 1ff: „Ich sage euch: Wer nicht durch die Tür in den Schafstall hineingeht, sondern auf einem anderen Weg eindringt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2 Der Hirte geht durch die Tür zu den Schafen. 3 Ihm macht der Wächter auf, und auf seine Stimme hören die Schafe. Er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 4 Wenn er dann alle Schafe, die ihm gehören, hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und sie folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. 6 Die Zuhörer Jesu verstanden nicht, was er ihnen mit diesem Vergleich sagen wollte…7 Deshalb fuhr Jesus fort: »Ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen“…9 Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, so wird er gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden“.

Gott macht in Seinem Wort noch eines klar. Du brauchst Vergebung deiner Sünden. Ansonsten ist dir die Türe zur Ewigkeit bei Gott verschlossen. Höchstens die Pforte zur ewigen Verdammnis steht sperrangelweit offen.

An Weihnachten ist Gott in Jesus Christus Mensch geworden. Und das feiern wir an Weihnachten! Er reicht dir die Hand, damit du errettet wirst. Dazu musst du deinen Weg verlassen und auf den Wegen Gottes gehen. Gottes Weg führt durch ein Tor.

Geht durch das enge Tor“, heißt es im Matthäusevangelium Kapitel 7, 13: „Geht durch das enge Tor! Denn das weite Tor und der breite Weg führen ins Verderben, und viele sind auf diesem Weg. 14 Doch das enge Tor und der schmale Weg führen ins Leben“.

„O Heiland, reiß die Himmel auf, Herab, herab, vom Himmel lauf! Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, Reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“

Ich wünsche dir, dass du diese Pforte, diese Türe zum ewigen Leben kennenlernst. Dass du erkennst, wer Jesus Christus wirklich ist und wie sehr du ihn brauchst. Und das nicht nur an Weihnachten.

Frohe Weihnachten wünscht euch

Rolf Crede

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