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30.12.2012 Matthäus 3, 1-6 Tut Buße, bekennt eure Sünden! Teil 1

Matthäus 3, 1-6: „In jenen Tagen aber kommt Johannes der Täufer und predigt in der Wüste von Judäa 2 und spricht: Tut Buße! Denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen. 3 Denn dieser ist der, von dem durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: "Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!"4 Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig. 5 Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan; 6 und sie wurden von ihm im Jordanfluss getauft, indem sie ihre Sünden bekannten“.

Am letzten Sonntag in diesem Jahr ist es sicherlich nicht einfach eine Predigt zum Thema Buße zu hören. Gewiss, es wäre nett etwas zu hören was uns fröhlich stimmt und neu für das kommende Jahr motiviert. Aber Buße, ein so herausforderndes Thema? Doch möglicherweise ist es gerade wichtig am Anfang, direkt vor oder nach Sylvester seine eigene Position im Glauben neu zu überdenken. Dabei meine ich nicht gute Vorsätze zu machen, die man spätestens ein oder zwei Tage nach Jahresbeginn eh wieder bricht, sondern, ganz neu mit Gott ins Gespräch zu kommen. IHN zu bitten, das eigene Leben neu zu ordnen und IHM zu sagen, Vater ich bete dich an, ich liebe dich und ich will Buße tun und bitte hilf mir, mein Leben nach deinem Willen zu leben.

Doch was ist Buße? Dwight Lyman Moody, 5. Februar 1837, † 22. Dezember 1899 war ein US-amerikanischer Erweckungsprediger. Er sagte: „Ehe ich darüber spreche, was Buße ist, möchte ich kurz sagen, was sie nicht ist. Buße ist nicht Furcht. Viele haben diese beiden Dinge verwechselt. Sie denken, sie müssten beunruhigt und erschreckt werden und sie warten darauf, dass irgendeine Art von Furcht über sie komme. Aber eine große Anzahl wird beunruhigt, ohne dass sie Buße tun….

Dann weiter. Buße ist nicht Gefühl. Es sind viele Leute zu finden, welche darauf warten, dass eine gewisse Art von Gefühlen über sie komme. …So zeigt auch mancher Mensch in der Zeit schwerer Krankheit, die er sich durch seine Sünde zuzog, sehr viel Gefühle und bricht in reumütige Klagen aus; aber sehr häufig nur deswegen und darüber, dass er krank geworden ist, nicht weil er sich der Sünde hingegeben hat oder deswegen, weil sein Gewissen ihm zeigt, dass er Böses getan hat in den Augen Gottes. Es scheint, als ob die Heimsuchung wahre Buße bewirken würde, aber häufig schwinden die Gefühle, ohne dass wirkliche Buße erfolgt wäre.

 Und wiederum, Buße ist auch nicht Fasten und den Leib quälen. Buße ist nicht Überführtsein von Sünde. …Auch Beten ist nicht Buße. Viele Leute, wenn sie Angst über das Heil ihrer Seele bekommen, sagen: „Ich will beten und die Bibel lesen“, und sie denken, das wir den gewünschten Erfolg haben. Aber das ist nicht der Fall. Du kannst deine Bibel lesen und sehr viel zu Gott schreien und doch nicht Buße tun. Eine andere Sache: Buße ist nicht Brechen mit einer Sünde. Viele Leute machen diesen Fehler. Ein Mann, der ein Trinker war, unterzeichnet die Karte und hört auf zu trinken. Mit einer Sünde brechen ist nicht Buße. …

Nun gut, wirst du fragen, was ist denn Buße? Ich will dir eine gute Erklärung geben: Es ist (und hier benutzt er einen militärischen Befehl): „Rechts um kehrt!“

In der Irischen Sprache bedeutet das Wort Buße sogar noch mehr als „rechts um kehrt“. Es bedeutet, dass ein Mensch, der bisher in einer gewissen Richtung marschierte, nicht nur „um kehrt“ sondern nun in der entgegen gesetzten Richtung vorwärts geht. „Kehrt um, kehrt um; denn warum wollte ihr sterben.“ Ein Mensch mag viel oder wenig Gefühle haben, aber wenn er sich nicht wendet von seiner Sünde, wird Gott keine Gnade für ihn haben. …

Das ist Christi Erklärung der Buße. Wenn ein Mensch sagt: „Ich will durch Gottes Gnade meine Sünde lassen und seinen Willen tun“, das ist Buße. Es hat einer gesagt: Der Mensch wird geboren mit einem Gesicht, abgewendet von Gott. Wenn er wahrhaftig Buße tut, dann wendet er sich um und Gott zu; er verlässt sein altes Leben.

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Gehen wir zurück und betrachten den Text über die Ereignisse von Josef und Maria, der Geburt Jesu und dem Dienst von Johannes dem Täufer. Mit Kapitel drei schwenkt der Bericht des Evangeliums zu einer anderen Person um. „In jenen Tagen“, das meint ungefähr 30-36 Jahre nach den vorangegangenen Ereignissen, taucht ein Mann mit Namen Johannes auf. Wer dieser Mann ist und woher er kommt, finden wir ausführlicher im Lukasevangelium, Kapitel 1 erklärt. Dort lesen wir von Zacharias. Er war ein Priester der im Tempel von Jerusalem diente und mit seiner Frau Elisabeth verheiratet war. Obwohl beide schon im hohen Alter waren, bekamen sie die göttliche Verheißung, dass sie einen Sohn bekommen sollten.

„13Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Johannes geben. 14 Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. 16 Und er wird vom Volk Israel viele zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren“.

Die Verheißung die auf Johannes lag war, dass er Menschen zu Gott bekehren wird. Später dann, in Kapitel 3 des Lukasevangeliums lesen wir ebenso wie hier bei Matthäus, dass Johannes tatsächlich Menschen zur Umkehr und Buße taufte.

Johannes predigt in der Wüste. Er wird beschrieben als ein etwas sonderbarer Mann, der Kleidung aus Kamelhaaren trug und einen ledernen Gürtel. Für viele Menschen schien klar zu sein, dass dieser Mann ein besonderer Prophet sein musste. Seine Kleidung erinnerte sehr stark an Elia. Und tatsächlich lesen wir in 2.Könige 1, 8, dass Elia mit eine solche Kleidung trug.

In einem Gespräch zwischen dem König Ahasja, der erkrankt war, weil er durch das Gitter in seinem Obergemach fiel, und seinen Boten entsteht folgender Dialog. „5 Und als die Boten zum König zurückkamen, sprach er zu ihnen: Warum kommt ihr zurück? 6 Sie sprachen zu ihm: Es kam ein Mann herauf uns entgegen und sprach zu uns: Geht wieder hin zu dem König, der euch gesandt hat, und sprecht zu ihm: So spricht der HERR: Ist denn kein Gott in Israel, dass du hinsendest, zu befragen Baal-Sebub, den Gott von Ekron?“

Darauf hin fragte der König, wie denn der Mann aussah, der als Prophet sprach. Die Boten antworteten. Vers 8: „… Er hatte langes Haar und einen Ledergurt um seine Lenden. Er aber (der König) sprach: Es ist Elia, der Tischbiter“.

Die Ähnlichkeiten zwischen dem auftretenden Johannes und dem im Alten Testament beschriebenen Elia war so bemerkenswert, dass die Menschen ihm in die Wüste folgten. Dort am Jordan taufte Johannes zur Umkehr. Verbunden war diese Umkehr mit Buße. Der Grund warum Johannes zur Buße aufrief war die nahe Königsherrschaft. Die Umschreibung „Reich des Himmels“ ist gleichzusetzen mit dem Begriff Königsherrschaft.

Verschiedene Punkte kamen also zusammen.

Die Juden erwarteten den kommenden Messias und dessen Kommen musste etwas mit der Wüste zu tun haben. Bevor der Messias auftrat musste zuerst sein Kommen angekündigt werden. Viele glaubten, dass so wie im Propheten Maleachi beschrieben, zuerst Elia erscheinen muss, damit sich das Herz der Juden wieder zu Gott bekehren würde. Maleachi 3, 23: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. 24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage“. Es war also die Aufgabe des wiederkehrenden Elia, die Menschen zur Umkehr, Bekehrung à sprich zur Buße zu rufen. Das Bild welches Johannes abgab verstärkte noch mehr den Eindruck, weil er dieselbe Kleidung trug und sich sehr sparsam ernährte. Wenn also Johannes der verheißene Elia war, dann hatten die Menschen tatsächlich einen Grund ihm zu folgen.

Und tatsächlich bestätigt Matthäus mit Vers 3, dass Johannes der Elia ist, der als Boten dem Messias voran gehen musste. Er sagt nichts anderes als, dass dieser Johannes derjenige sei, von dem durch die Propheten geredet wurde, dass er kommen muss, bevor der Messais erscheint. Vers 3: „Denn dieser ist der, von dem durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: "Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!"

Dabei bezieht er sich wieder auf die Heilige Schrift und zitiert den Propheten Jesaja: „Die Stimme eines Rufenden [ertönt]: In der Wüste bereitet den Weg des Herrn, ebnet in der Steppe eine Straße unserem Gott“! Jesaja 40, 3

Das ist mittlerweile das fünfte alttestamentliche Zitat welches Matthäus benutzt, um den Lesern klarzumachen, dass Jesus der verheißene Messias ist und Johannes der verheißene Elia, der den Messais ankündigt.

Rolf Credé


1 Glaubensstimme - Vom Glauben unserer Vorfahren, http://www.glaubensstimme.de/doku

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