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Nur Jesus gibt Glaubensstärke! Teil 2

Matthäus 26, 69 – 75: „Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer. 70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71 Als er aber in das Torgebäude hinausgegangen war, sah ihn eine andere; und sie spricht zu denen, die dort waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazoräer. 72 Und wieder leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht! 73 Kurz nachher aber traten die Umstehenden herbei und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, auch du bist einer von ihnen, denn auch deine Sprache verrät dich. 74 Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht! Und gleich darauf krähte der Hahn. 75 Und Petrus gedachte des Wortes Jesu, der gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich“.

Um besser verstehen zu können was genau passierte, schauen wir einmal in das Johannesevangelium, Kapitel 18, Verse 12ff. Dort heißt es: „Die römischen Soldaten unter der Führung ihres Offiziers und die Männer der Tempelwache, die von den Juden geschickt worden waren, nahmen Jesus nun fest. Sie fesselten ihn 13 und brachten ihn als Erstes zu Hannas. Hannas war der Schwiegervater von Kajafas, der in jenem Jahr Hoherpriester war. 14 Kajafas war es gewesen, der den Juden klar gemacht hatte, dass es in ihrem Interesse sei, wenn ein Mensch für das Volk stirbt.15 Simon Petrus und ein anderer Jünger folgten Jesus, ´als er abgeführt wurde`. Dieser andere Jünger war mit dem Hohenpriester bekannt und konnte deshalb bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palastes mitgehen. 16 Petrus aber blieb draußen vor dem Tor stehen“.

Hier wird die Situation etwas genauer beschrieben. Der andere Jünger, was wahrscheinlich für Johannes steht, konnte mit in den Innenhof oder inneren Teil des Gebäudes gelangen, weil er dem Hohen Priester bekannt war. Petrus hingegen musste draußen bleiben. Wenn wir alle Evangelien vergleichen, dann hat sich Petrus vor oder an dem Tor des Hofes / oder Innenhofes nieder gesetzt.
Die Bediensteten das Hohen Priester Hannas bestanden aus Sklaven, Knechten oder Diener, Männer und Frauen die sich um den Palast und das Anwesen kümmerten. Matthäus schreibt in Vers 67, dass Petrus aber draußen im Hof saß; und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer. Es war eine schwache Magd, ohne besonderen sozial hohen Status die Petrus nun konkret zur „Bedrohung“ wurde. Kein Kämpfer, kein Soldat, keiner der mächtigen Türsteher, sondern eine einfache Magd.
Manchmal sind es eben schon die kleineren „Bedrohungen“, die uns ins Schwitzen bringen. Hier spüre ich meine eigene Schuld, wie ich manchmal Jesus nicht bekannt habe, als ich in einem Gespräch mit Ungläubigen war. Auch ich glaube manchmal, dass ich ein starker Christ bin und merke dabei nicht, dass ich Jesus schon in harmlosen Situationen verleugnet habe. Wie wird es erst sein, wenn Bedrängung und Todesgefahr auf mich einstürzen, wie z. Z. auf unsere Glaubensgeschwister in Nordkorea, Irak,  Syrien oder einigen afrikanischen Staaten.

Johannes berichtet weiter, dass er aus dem Inneren des Hofes zurück geht um Petrus zu holen. Johannesevangelium, Kapitel 18, 16+17:„Da kam der andere Jünger, der Bekannte des Hohenpriesters, wieder zurück, redete mit der Pförtnerin und nahm dann Petrus mit hinein. 17 Die Pförtnerin fragte Petrus: »Bist du nicht auch einer von den Jüngern dieses Mannes?« – »Nein«, antwortete Petrus, »das bin ich nicht.«“ Durch seine Fürsprache gelingt es Johannes, Petrus mit in den inneren Bereich hinein zu nehmen. Dort können sie als Freunde aus sicherer Entfernung zu schauen, wie Jesus angeklagt und geschlagen wurde. Doch wir müssen auch realisieren, dass sie nicht bis vor den Hohen Priester vorgegangen waren, um als Zeugen FÜR Jesus aufzutreten und auszusagen.
Wenn Jesus am Kreuz sagt, es ist vollbracht, dass musste auch hier Gottes Plan erfüllt werden. Denn es musste alles geschehen, damit Jesus verurteilt würde und er am Kreuz für die Sünden der Menschen sterben konnte. Alles ging schnell. Die Verhaftung und die Verhöre noch in der Nacht. Es war kühl und dunkel und deshalb zündeten die Bediensteten im Hof Feuerstellen an. Die Zuhörer und Schaulustigen, die Knechte und Mägde wollten sich wärmen. Johannes schreibt. Johannesevangelium, Kapitel 18„18+19: „Die Diener ´des hohepriesterlichen Hauses` und die Männer der Tempelwache hatten ein Kohlenfeuer angezündet, weil es kalt war; sie standen um das Feuer herum und wärmten sich. Petrus stellte sich zu ihnen und wärmte sich ebenfalls. 19 Inzwischen befragte der Hohepriester Jesus über seine Jünger und über seine Lehre...“ Nach dem Verhör heißt es im Johannesevangelium, Kapitel 18, Vers 24+25: „Hannas ließ Jesus daraufhin gefesselt vor den Hohenpriester Kajafas bringen. 25 Simon Petrus stand immer noch beim Feuer und wärmte sich. Da wurde er gefragt: »Bist du nicht auch einer von seinen Jüngern?« Petrus stritt es ab. »Ich bin es nicht«, sagte er.
Petrus hatte Jesus nun zum zweiten Mal verleugnet. Matthäus erwähnt diese zweite Verleumdung ebenfalls. Es sieht so aus, dass beim Hinausgehen, also am Ende des Verhörs, diese zweite Verleumdung statt fand.  Matthäus Vers 71 Als er aber in das Torgebäude hinausgegangen war, sah ihn eine andere; und sie spricht zu denen, die dort waren: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazoräer. 72 Und wieder leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht!

Der Evangelist Lukas schreibt, dass die zweite Frage durch einen Mann gestellt wurde. Lukas 22, 58: „Und bald danach sah ihn ein anderer und sprach: Du bist auch einer von ihnen! Petrus aber sprach: Mensch, ich bin's nicht“! Das veranlasst einige zu glauben, dass es möglicherweise mehrere Verleumdungen durch Petrus gegeben haben muss. Ich hingegen glaube, dass es einfach mehrere Leute waren, die ihn gleichzeitig vor dieser zweiten Verleumdung ansprachen, die alle um das Feuer herumstanden und sich wärmten. „Hey du, sagte beispielsweise die Magd, du gehörst doch zu Jesus und ein daneben stehender, anderer Mann, oder zwei sagten, ja, wir kennen dich, du gehörst bestimmt zu ihn! Und Matthäus berichtet eben von dieser Magd während Lukas von dem Mann schreibt.

Wieder können wir nur bitten, dass der Herr unseren Glauben stärkt. Gerade in der heutigen Zeit, in der auch wir hier in Deutschland als Christen immer mehr unter Anfeindungen und Bedrängnissen zu leiden haben, ist das Gebet um Glaubensstärke die beste Waffe, die uns vor der Verleumdung unseres Herrn Jesus schützt.

Rolf Crede
Pastor Calvary Chapel Lippstadt

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